Mietservice: Richtig heizen und lüften

So hat Schimmel in der Wohnung keine Chance

Wenn es draußen kalt wird, zieht man sich gern zu Hause in eine gemütliche Ecke zurück. Das gilt leider auch für einen ungebetenen Gast, den Schimmel. Dieser findet ideale Bedingungen, wenn sich bei erhöhter Luftfeuchtigkeit in einem Raum Kondenswasser bildet und an kalten Wänden/Fenstern niederschlägt. Besonders in den Wintermonaten sollte daher die relative Raumluftfeuchte die Marke von
50 % nicht überschreiten und die Raumtemperaturen nicht unter 17 Grad absinken.

Baustoffe wie Beton können nur sehr beschränkt Wasserdampf aufnehmen und durchlassen. Farbanstriche und Tapeten haben ebenfalls einen hohen Kunststoffgehalt und damit kaum feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Einen ähnlichen Effekt haben Isolierglasfenster; fand bei den früher üblichen Einfachverglasungen selbst bei geschlossenen Fenstern noch ein gewisser Luftaustausch statt, wird dieser bei Isolierverglasungen fast vollständig unterbunden. Kunststoffbeschichtete Möbel und PVC/Laminat-Böden können ebenfalls deutlich weniger
Feuchtigkeit aufnehmen als Naturprodukte.

Auf der Oberfläche von Blumenerde liegen Millionen Schimmelsporen offen. Dieses lässt sich vermeiden, wenn man statt Erde Pflanzengranulat verwendet. Schimmelpilze sind äußerst genügsam. Schon Rauch oder geringste Verschmutzungen an Wänden reichen ihnen zum Überleben. Auch Dispersionsfarbe und Tapeten sind Nahrung für Pilze. Deshalb wird empfohlen, gefährdete Flächen regelmäßig zu reinigen und bei einer Renovierung Putz, Farbe, Kleister und Tapeten mit einem Antipilz-Zusatz zu versehen.
Ungemein wichtig ist daher richtiges Heiz- und Lüftverhalten während der Heizperiode um Schimmel keinen Nährboden zu bieten.


Tipps zum Lüften

Schimmel braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent. Je wärmer die Raumluft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Je kühler die Zimmertemperatur, desto häufiger muss man lüften.
Als optimal gilt eine Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad.

Auch bei längerer Abwesenheit sollte man die Heizung nie ganz abstellen. Starkes Auskühlen der Räume begünstigt die Schimmelbildung, ständiges Wiederaufheizen ist teurer als eine konstante, leicht abgesenkte Durchschnittstemperatur. Richtig Lüften heißt Stoßlüften; die Fenster ca. zehn Minuten weit öffnen, die Heizkörper abdrehen und vor allem für Durchzug sorgen. Sind draußen Minustemperaturen, können auch schon fünf Minuten offene Fenster vorübergehend für einen effektiven Luftaustausch sorgen. Ein immer noch weit verbreiteter Fehler ist die Kippstellung der Fenster. Im Sommer durchaus o.k., im Winter dagegen wirkungslos. Daher möglichst mehrmals täglich Stoßlüften, die Kippstellung der Fenster unterlassen.

Wo große Mengen Wasserdampf entstehen (beim Kochen oder Duschen) soll man diesen sofort durch Lüften nach draußen abziehen lassen. Dabei sind die Küchen- bzw. Badezimmertür geschlossen zu halten, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der Wohnung verteilt. Die Feuchtigkeit an Fliesen und Duschtrennwänden befördern Sie am besten mit einem Abzieher direkt in den Abfluss der Dusch- bzw. Badewanne. Pro Nacht gibt ein erwachsener Mensch 1-2 Liter Feuchtigkeit ab.
(Morgens von innen nasse Fensterscheiben im Schlafzimmer).

Diese Feuchtigkeit muss durch gründliches Lüften nach draußen befördert werden, da sonst Schimmelbildung, zuerst an den Fensterdichtungen, die Folge ist. Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten geschlossen gehalten werden. Möbel niemals unmittelbar an die Wand stellen, sondern einen Abstand von mindestens 10 cm einhalten. Bei Schränken oder Bettkästen empfiehlt es sich, Lüftungslöcher in den Sockelleisten anzubringen. Wäsche darf auf keinen Fall in der Wohnung getrocknet werden. Sinnvoll ist auch die Anschaffung eines Thermohygrometers. Dieses kleine preisgünstige Gerät misst die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit und hilft das Lüftungsverhalten
zu optimieren.